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Freiwillige

Feuerwehr


Dortmund-Bodelschwingh LZ 21
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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund-Bodelschwingh

 

 

Kapitel 1: Der Anfang der Bekämpfung von Schadenfeuern

Kapitel 2: Einige Beschlüsse der Bodelschwingher Gemeindevertretung nach Erlass der Feuer-Polizei-Ordnung

Kapitel 3: Die erste Wasserleitung

Kapitel 4: Die freiwillige Feuerwehr der Zeche Westhausen

Kapitel 5: Die Wiedergründung einer Feuerwehr außerhalb der Zeche

Kapitel 6: Nennenswerte Brandeinsätze in Dorf und Umgebung nach dem Krieg

Kapitel 7: Sonderdienste

Kapitel 8: Wiedergründung des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtkreis Dortmund

Kapitel 9: Quellenverzeichnis

 

 

Hugo Thiemann 1945 - 1955   Hans Winter 1955 - 1959   Wilhelm Mayer 1959 - 1980   Reiner Wegner 1980 - 2003   Dietmar Hertz 2003 - 2009

Hugo Thiemann Hans Winter
Wilhem Mayer
Reiner Wegner Dietmar Hertz
1935 - 1955 1955 - 1959 1959 - 1980 1980 - 2003
2003 - 2009

 

 

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund-Bodelschwingh

 

Der Anfang der Bekämpfung von Schadenfeuern

Bekämpfung von Schadenfeuern ist eine wichtige Aufgabe der Menschen, seit diese sich in größeren Familienverbänden zusammenschlossen und Dörfer oder Städte gründeten. Soweit die Städte durch Wall und Graben oder hohe Mauern gesichert waren, wurden die Grundstücke innerhalb dieser Mauern bebaut, Wohnhäuser, Stallungen, Gewerbeflächen wurden eng aneinander errichtet. Freier Raum war zu teuer, als dass man ihn hätte ungenutzt lassen können. Die Häuser waren überwiegend in Fachwerk-, d.h. in Holztechnik gebaut. Massive Häuser entstanden nur als Schlösser des Adels oder als Rathäuser reicher Städte. Alle anderen Bauherren bauten in Holz. Allerdings ist Holz auch ein gutes Brennmaterial. Über Jahre und Jahrzehnte, oft Jahrhunderte hinweg, ging es gut, denn: „wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht".

Die Gründe dafür, dass Feuer ausbrach, sind vielfältig. War dies der Fall, galt es, Schäden zu begrenzen, Menschen zu schützen, Tiere zu retten und Güter jeglicher Art in Sicherheit zu bringen. Hier war nicht nur die Hilfe der Nachbarn gefragt, sie wurde auch erbracht. Dazu bedurfte es zunächst keiner Verpflichtung von Seiten der Gemeindeverwaltung. Um bei einem Schadenfeuer Folgeschäden möglichst gering zu halten und in den Wirren eines solchen Feuers keine Panik aufkommen zu lassen, wurden in den Städten frühzeitig Ordnungen erlassen, die eine geordnete Brandbekämpfung bewirken sollten.

Da jedes Schadenfeuer unerwartet in das dörfliche oder städtischen Geschehen eingreift, war man bemüht, auf ein solches Ereignis nicht unvorbereitet zu sein. Entsprechend wurden Werkzeuge und Geräte, die der Brandbekämpfung dienten, in den Gemeinden beschafft.

Bodelschwingh, Mengede und die umliegenden Ortschaften gehörten damals im Landkreis Dortmund zur Bürgermeisterei Castrop. Die ältesten hier zugänglichen Unterlagen über die Beschaffung von Feuerlöschgeräten und den Bau von Gerätehäusern für den Raum Castrop datieren aus der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Auch schon vor fast 200 Jahren wurden Feuerschutzgerätschaften und Spritzenhäuser gemeinsam preisgünstiger beschafft bzw. erstellt.

Am 1. Mai und 5. Juni 1820 befasst sich die Bürgermeisterei mit der Beschaffung von Löschutensilien. Bei der Größe des Gebietes stehen zunächst auf dem Plan:

Anschaffung von

  • 16 Tragrinnen oder Wasserkannen für 8 Feuerspritzen,
  • 30 Stück neu gefertigte Feuerleitern,
  • die Anfertigung von 9 Laternen zu den verschiedenen Feuerspritzen, und
  • die Beschaffung von 450 Feuereimern zu den vorhandenen 9 Spritzen.

In der Ausschreibung werden die geplanten Geräte den Anbietern präzise in der Ausführung vorgeschrieben. Nach den eingegangenen Angeboten hatte man sich jedoch in den Wünschen aufgrund der Preise stark zurückgenommen. Der Landrat Hiltrop in Dortmund schlägt statt der 450 Eimer nur 240 vor, von der Anschaffung der übrigen Geräte solle man „bis zu besserer Zeit vorläufig Abstand nehmen, da ohnehin jeder Eigentümer einen brauchbaren Feuereimer besitzen soll..."

Der Verdingungstermin für ein Angebot über den Bau von drei Spritzenhäusern, und zwar in Börnig, Rauxel und Merklinde war am 18. August 1820. Fast drei Jahre hatte es gedauert, bis über die Bezirksregierung Arnsberg die Baugenehmigung kam. Die Fertigbauabnahme wurde am 24. September 1822 durch den Landbaumeister Pistor bescheinigt.

Im Herbst 1827 wurden die Gerätehäuser in Bodelschwingh, Bövinghausen und lckern fertig gestellt. Bei der Endabnahme am 9. Februar 1828 gab es einiges zu bemängeln. Das Bauholz war nach Meinung des Landbaumeisters nicht in den geforderten Maßen. Es müsse dem Unternehmer der Betrag von 13 rth., 14 sgr., 3 Pf. je Haus abgezogen werden. Die Gegengutachter Haacke und Hubert gaben dem Landbaumeister zwar in der Sache recht, meinten aber, dass es für die Standfestigkeit und Dauer der Häuser nicht von Nachteil sein könne. In der Tat hat das Gerätehaus in Bodelschwingh dann auch ein Umsetzen mit Umbau und fast zwei Jahrhunderte überlebt.

Eine Auflistung der in der Bürgermeisterei Castrop vorhandenen Spritzen aus dem Jahre 1840 ergab 14 Spritzen. Davon ist die älteste in Castrop 1739, die jüngste in Mengede 1834, die Bodelschwingher im Jahre 1824 angeschafft. Dass eine solche Spritze 100 Jahre ihren Dienst versehen konnte, ist heute unvorstellbar.

Nach Ablöschen eines Schadenfeuers wurde in nachbarschaftlicher Zusammenarbeit manches Haus wiedererrichtet. Mit dem Beginn der Industrialisierung zeichnete sich eine Verhaltensänderung ab. Man zog sich mehr und mehr in die eigenen vier Wände zurück. Angelegenheiten der Nachbarn interessierten nicht mehr so sehr. Hinzu kam, dass fremde Arbeiter in den Städten und Dörfern zuzogen. Sie waren der örtlichen Sprache nicht mächtig, blieben häufig lange Zeit Fremde. Persönliches Hab und Gut hatten sie kaum und wohnten auf kleinstem Raum. Entsprechend gering war daher auch deren Interesse an einer Brandbekämpfung, wenn es darum ging, Hab und Gut anderer Leute zu retten. Der sonntägliche Kirchgang trug dazu bei, dass die alteingesessene und die zugezogene Bevölkerung näher in Berührung kamen.

Trotzdem bedurfte es zunehmend einer Verpflichtung zur Brandbekämpfung von Seiten der Gemeindeverwaltung. Hier sei besonders auf die Feuer-Polizei-Ordnung für die Provinz Westfalen vom 30. November 1841 hingewiesen, weil sie weit über den Bereich einer Stadt oder auch eines Landkreises hinaus Wirkung hatte. Dies dauerte noch bis in das 20. Jahrhundert hin an. § 85 dieser FPO lautet:

Die oberste Leitung der Lösch- und Rettungs-Anstalten führt bei jedem Brande der erste Orts-Polizei-Beamte als Feuerlösch-Dirigent. In den mit der Städte-Ordnung beliehenen Städten kann jedoch von dem Magistrate ein Mitglied ein für allemal damit beauftragt werden, und in den übrigen Städten so wie auf dem Lande kann, wenn erhebliche Gründe die Entbindung des ersten Orts-Polizei-Beamten von diesem Geschäfte erheischen; der Landrat, nach vorheriger Vernehmung der Gemeinde-Vertreter, einen anderen achtbaren und umsichtigen Mann zum Feuerlösch-Dirigenten bestellen."

Alle Gemeinden der Bürgermeisterei Castrop - es waren 26 - hatten einen solchen „achtbaren und umsichtigen Mann" gemeldet.

In Dortmund schrieb Landrat Pilgrim in dieser Angelegenheit am 23. Juli 1842 an den Bürgermeister Biggeleben in Castrop, dass er die Vorgeschlagenen zu Stellvertretern des Feuerlösch-Dirigenten ernenne. Für die Kommune Bodelschwingh war das der Verwalter Peter Wagener.

Auch im vergangenen Jahrhundert war man nicht leichtgläubig. Deshalb bekamen die Ernannten eine beglaubigte Abschrift dieses Schreibens. Zusätzlich wurde auf die Feuer-Polizei-Ordnung, hier besonders auf den dritten Abschnitt, hingewiesen. Auch den anderen Dorfbewohnern war öffentlich bekannt zu machen, dass man den Anordnungen des ernannten Stellvertreters „bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe unbedingt Folge zu leisten habe."

Einige Beschlüsse der Bodelschwingher Gemeindevertretung nach Erlass der Feuer-Polizei-Ordnung

Aufgrund der FPO befasste sich auch der Gemeinderat der Gemeinde Bodelschwingh mit Fragen zur Vorbeugung von Schadenfeuern. In der Gemeindeverordnetenversammlung vom 24. September 1843, an der neben dem Vorsteher Narath auch die Verordneten Alef, Quackmann, Möllmann, Hohe und Prein teilnahmen, wurde folgendes zu Protokoll genommen:

Die Pferdebesitzer des Dorfes Bodelschwingh, welche verpflichtet sind, die Brandspritze bei in der Nachbarschaft entstehendem Brandunglück zu fahren, sind wie folgt, in drei Abteilungen gebracht, welche in der dadurch festgestellten Reihenfolge ihre Pferde beim ersten Schlage der Brandglocke beim Spritzenhause zur Fortschaffung der Spritze zu stellen haben:

1.Abteilung: Völckmann, Grasmann, Tösmann, Raulf, Böcker

2.Abteilung: Möllmann, Quackmann, Lüning, Wattensche, Merten, Gester

3.Abteilung: Hohe, Alef, Narath, Hagemann, Budde, Prein, Pähler".

Am 5. Januar 1844 wurde neben Wegebaufragen auch die Verbesserung der Feuerwehrausrüstung besprochen. Das Protokoll lautet:

„Dann ging man zu der Frage über, ob es nicht zweckmäßig sei, statt des bisherigen Feuerspritzenkarren einen Spritzenwagen anzuschaffen. Die Anwesenden waren einstimmig der Meinung, dass ein Spritzenwagen angeschafft werden müsste, jedoch so, dass er mit einer Schere und nicht mit einer Deichsel gefahren werden könne. Das letztere hielt man sowohl wegen der Beschaffenheit der Wege in der Umgebung, als auch deshalb für notwendig, weil von den meisten Eingesessenen nur mit der Schere gefahren wird. Die Instandhaltung der Spritze, Reinigen derselben, Einschmieren der Schläuche etc. beschloss man, vorbehaltlich höherer Genehmigung, dem Vorsteher zu übertragen, welcher die Kosten besonders zu berechnen habe. Jedenfalls war man der Überzeugung, dass dem Bedürfnis dadurch besser genügt werde, als bei der bisherigen Weise, möchte dieselbe auch einige Groschen sich billiger stellen, worauf sich bei der Wichtigkeit des Gegenstandes indes nicht sehen lasse."

Besonders bemerkenswert für die Feuerwehr waren auch die Beschlüsse der Sitzung vom 31. Juli 1858. Im Protokoll hieß es:

„In der heutigen Gemeinderatsversammlung der Gemeinde Bodelschwingh wurde unter Vorsitz des Vorstehers A. Narath beraten und beschlossen, dass der Kammerherr Freiherr von Bodelschwingh-Plettenberg beantragt, dass das auf dem ihm zugehörenden Grasmanns Hofe stehende Spritzenhaus abgebrochen und auf einer anderen Stelle desselben Hofes wieder aufgestellt würde, weil er wegen Neubau eines Wohnhauses den Platz benutzen will. Er hat sich erboten, dafür 15 Taler an die Gemeinde-Kasse zu zahlen. Da nun seit längerer Zeit im Vorschlage war, das Spritzenhaus zwecks Unterbringung eines Spritzenwagens zu verlängern, welches bei dieser Umsetzung am besten gehen würde, so hat der Gemeinderat beschlossen, den Antrag des Herrn v. Bodelschwingh-Plettenberg zu genehmigen, vorausgesetzt, dass der Platz, wo das Spritzenhaus jetzt stehen soll, an der Straße angewiesen wird."

Offenbar war bei dieser Sitzung bereits der Zimmermeister Lueg als Gast anwesend. Die Frage des Spritzenhauses war hochaktuell, denn schon in der folgenden Woche saß man wieder beisammen und beriet darüber. Das Protokoll vom 4. August 1858 meldet:

In der heutigen Gemeinderatsversammlung der Gemeinde Bodelschwingh wurde mit dem anwesenden Zimmermeister Lueg junior in Anlehnung an die Verhandlung vom 31. Juli des Jahres über Reparatur bzw. Versetzung und Vergrößerung des Spritzenhauses nachstehender Vertrag abgeschlossen:

  1. Der Zimmermeister Lueg junior übernimmt die Reparatur bzw. Vergrößerung des Spritzenhauses der Gemeinde Bodelschwingh so wie es in dem von ihm angefertigten Kostenanschlag vom 28. Juli des Jahres näher beschrieben ist. Ferner übernimmt er den Abbruch des jetzigen Spritzenhauses und den Wiederaufbau desselben an einer anderen Stelle inkl. des Fundamentes.
  1. Nach ausgeführter untadelhafter Arbeit erhält Lueg aus der Gemeindekasse der Gemeinde Bodelschwingh 105 Taler.
  1. Die Genehmigung der vorgesetzten Behörde wird seitens der Gemeinde ausdrücklich vorbehalten.
  1. Gleich nach erfolgter Genehmigung hat Lueg mit der Arbeit anzufangen und spätestens in sechs Wochen dieselbe fertig zu stellen.
  1. Will die Gemeinde die Arbeit nach der Vollendung revidieren lassen, so hat dieselbe die dafür fälligen Kosten zu tragen, vorausgesetzt, dass die Arbeit untadelhaft befunden wird. Anderenfalls hat Lueg außer den etwaigen Abzügen auch die Revisionskosten zu zahlen.
  1. Lueg hat die Arbeit selbstverständlich vollständig auszuführen, doch wird für Mehr- oder Minderarbeit nichts berechnet".

Am 27. Januar 1861 befasst sich die Gemeindeversammlung erneut mit Feuerwehrfragen. Es wird zu Protokoll genommen:

Die Versammlung war einverstanden, dass der bis jetzt zur Fortschaffung der Brandspritze gebrauchte Spritzenkarren seinem Zwecke nicht entspreche, weil derselbe schwer ginge und das Stellpferd, besonders bei der Gelegenheit, wenn viele Leute sich auf den Karren setzen, bedeutend litte. Es wurde deshalb beschlossen, statt des Karrens einen Wagen anzuschaffen, und zwar nach Muster des in der Gemeinde Groppenbruch bereits bestehenden, jedoch mit höheren Rädern, damit die Spritze abgeladen werden kann.

Weil der Gemeindevorstand zu dem anwesenden Schmidt und zum Gemeinderat Prein das Vertrauen hat, dass er ihnen einen guten und preiswerten Wagen anfertigen wird, wurde Prein mit der Anfertigung des Wagens beauftragt. Prein sicherte eine schnelle Anfertigung zu.

Die Rechnung soll gleich nach Anfertigung des Wagens ausgestellt werden. Der Vorsteher versprach die Anweisung des Geldes über die Gemeindekasse, sobald der Wagen besichtigt und für gut befunden wurde. Weil nach Fertigstellung des Wagens der vorhandene Karren überflüssig ist, wurde ferner beschlossen, diesen öffentlich zu verkaufen und den Erlös zur Bezahlung des Wagens zu verwenden.“

Die Mitglieder des ersten Brandcorps

In der Landgemeindeordnung wurde die „Funktionsperiode der Mitglieder des Brandcorps“ auf drei Jahre festgesetzt. In dreijährigem Wechsel waren also die Mitglieder der Feuerwehr neu zu verpflichten. Bei der Sitzung der Gemeindevertretung vom 15. Dezember 1881 wurden folgende Mitglieder gewählt:

Löschkompanie:

Spritzenmeister

Schmiedemeister H.Staupendahl,

Spritzenmeister (Stellvertreter)

Schmied Wilhelm Möllenhoff

Rohrführer

Sattler F. Narath

Rohrführer (Stellvertreter)

Schuster Treckmann

Drücker

H. W. Hüppe

 

Tagelöhner F. Döhmann

 

Tagelöhner W. Neuhaus

 

Bergmann W. Rademacher jun.

 

Bergmann H. Beißner

 

Bergmann W. Keller

 

Schneidermeister L. Schumacher

 

Landwirt VV. Budde

 

Tagelöhner W. Köster

 

Kötter Hermann Wiese gt. Gäster

 

Landwirt H. Lüning

 

Bergmann H. Stucke

 

Carl Hoddenkamp

 

Giesbert Boecker

 

Heinrich Budde

 

Heinrich Strotmann

 

Wilhelm Pähler

 

Anton Hagemann

 

Friedrich Völkmann

 

Heinrich Erllenbauer

 

Maurer Ernst Winter

 

Schuster Hausberg

 

Schneider W. Dingemann

 

Bergmann D. Schulte

Leitermeister:

Maurermeister Meyer

Leitermeister-Gehilfen:

Heinrich Hunneke

 

Wilhelm Eckey

Hakenmeister:

Stellmacher Wilhelm Raulf

Hakenmeister-Gehilfen:

Schmied Heinrich Merten

 

Landwirt Heinrich Raulf

Hakenmeister:

Schreinermeister Carl Drees

Hakenmeister-Gehilfen:

Landwirt Grasmann

 

Schuster F. Strotmann

Schlauchhalter:

Gärtner Hoddenkamp

 

Böttcher J. Menne

 

Tagelöhner L. Lechtenfeld

 

Bergmann Heinrich Neveling

Stellvertreter:

W. Berensmann

 

D. Strotmann

Rettungskompanie:

 

Wirth Strotmann

 

Fritz Möllmann

 

Tagelöhner W. Böcker

 

Schreinermeister W. Drees junior

 

Landwirt H. Tösmann

 

Bergmann W. Lüning

 

Schuster Fritz Raulf

 

Kaufmann L. Sandfort

 

Bergmann D. Lüning

 

Die Verstorbenen der folgenden drei Jahren oder die Invaliden wurden jeweils am Ende der Verpflichtungsperiode durch neu hinzugezogene oder junge Gemeindemitglieder ersetzt. Die nächste Wahl für die Funktionsperiode vom 1.1.1885 bis 31.12.1887 fand am 27. Januar 1885 statt.

Am 1. Dezember 1887 wird das Brandcorps für die Zeit vom 1. Januar 1888 bis 31. Dezember 1890 neu gewählt. In der Liste erscheinen viele Namen, die neun Jahre vorher im Dorf noch unbekannt waren, u.a. Tanzeglock, Sewester, Linke, Türke und Harraß.

Die erste Wasserleitung

Am 19. Januar 1893 saß die Gemeindeversammlung mit dem Vertreter des Wasserwerkes für das nördliche westfälische Kohlenrevier, Herrn Direktor M. Schmidt, zusammen, um über die Anlage einer Wasserleitung zu beraten und zu beschließen. Die Anlage einer solchen Leitung war eine gewaltige Veränderung in der infrastruktur der kleinen Gemeinde. Bereits am 1. August 1893 ist die Wasserleitung Westhausen-Hansemann teilweise fertiggestellt. Was hilft es aber der Feuerwehr, wenn Hydranten fehlen?

Unter Punkt 5 der Tagesordnung geht es um den Beitrag der Provinzial-Feuer­Societät zur Anlage von Hydranten im Wasserleitungssystem im Dorfe Bodelschwingh. Der Vorsteher Budde wird beauftragt, Informationen darüber einzuziehen, was die Anlage eines Hydranten kostet, und ob das beim Löschen eines Brandes benötigte Wasser eventuell unentgeltlich der Wasserleitung entnommen werden kann. Sobald diese Informationen eingegangen seien, soll eine neue Sitzung anberaumt werden.

Nach weiteren Verhandlungen mit dem Wasserwerk, auch wegen der Anlage von Hydranten, wird im Protokoll vom 3. Februar 1894 vermerkt, dass die Gemeindevertretung beschließt, „auf die Recognitionsgebühr für Benutzung der Gemeindewege zur Rohrleitung zu verzichten, wenn die projektierte Anlage der Hydranten zur Ausführung gebracht und das im Bedarfsfalle entnommene Wasser unentgeltlich verabfolgt wird, wie bereits kontraktlich festgestellt ist."

Im Jahre 1900 hat man sich an das Vorhandensein einer Wasserleitung einschließlich Hydranten bereits gewöhnt. Darum wird protokolliert: „Auf der Zechenstraße bei Strotmann und Neugarten sollen Hydranten eingebaut werden, falls die Umlegung der vorhandenen Hydranten nicht wesentlich billiger sein wird".

Mit dem Anwachsen der Dorfbevölkerung stiegen auch die Ansprüche an die Verwaltung. Man machte sich Gedanken über den Neubau eines Spritzenhauses. Am 24. März 1903 war es dann soweit. Über diese Sitzung, bei der der Gemeindevorsteher Bredenbruch und die Gemeindeverordneten Völkmann I, Schulte, Goebel, Völkmann II, Strotmann und Bickern anwesend waren, berichtet das Protokoll:

Die Gemeinde-Vertretung beschloss, ein neues Spritzenhaus nebst zweier Arrestzellen an Stelle des alten Spritzenhauses zu bauen, und zwar gemäß des vom Gemeindevorsteher vorgelegten und vom Architekten Vahle angefertigten Planes und Kostenvoranschlages vom 14. März 1903. Dieser Neubau soll öffentlich ausgeschrieben und in nächster Sitzung vergeben werden. Das alte Spritzenhaus soll öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf Abbruch verkauft werden. Desweiteren beschloss man, einen Sanitätswagen anzuschaffen und zwar in Gemeinschaft mit der Gemeinde Westerfilde. Der Sanitätswagen soll in dem neuen Spritzenhause untergebracht werden. Die Kosten und Reparaturen tragen die genannten Gemeinden zu gleichen Teilen. Für die Unterbringung und für das Reinigen des Wagens muss die Gemeinde Westerfilde eine noch zu vereinbarende Summe an die Gemeindekasse Bodelschwingh zahlen. Die Gemeindevorsteher Bredenbruch und Vormfelde und der Gemeindeverordnete Bickern sollen mit Wagenbauunternehmen in Bodelschwingh und Umgebung noch verhandeln."

Offenbar wurde unmittelbar danach intensiv verhandelt, denn bereits vier Wochen später, am 27. April 1903, konnten die Aufträge vergeben werden. „Nach Durchsicht der vom Stellmacher Raulf eingereichten Offerte wurde beschlossen, demselben die Lieferung des Sanitätswagens zum Preise von 725 Mark, gemäß der Offerte zu übertragen. Neben dem alten Spritzenhause ist angedacht für den Neubau des Spritzenhauses zwei Quadratruten vorn Grafen von Bodelschwingh-Plettenberg zum Preise von 20 Mark pro Quadratrute (1 Quadratrute = 14,185 Quadratmeter) zu erwerben und die Kosten des Ankaufes zu tragen.“

Nach Kenntnisnahme der für den Neubau des Spritzenhauses eingegangenen Offerten wurde beschlossen, dem Unternehmen J. Baumeister in Mengede den Neubau des Spritzenhauses nebst Arrest- und Leichenhalle und Kamin zum Preise von 1800 Mark zu übertragen. Mit dem Neubau wurde das alte Spritzenhaus überflüssig. Stellmacher Raulf bemühte sich um den Abbruch des alten Hauses, weil er das Holz des Fachwerks gut gebrauchen konnte. Für 15 Mark bekam er den Zuschlag zum Abbruch, musste aber den Platz bis zum Jahresende von allem Schutt befreien.

Zum Abbruch des alten Spritzenhauses ist es aber nicht gekommen. Gründe dafür sind nicht bekannt.

Die Firma J. Baumeister arbeitete zügig. Schon am 9. September 1903 wird ihr das Ausfugen mit Zementmörtel für 100 Mark in Auftrag gegeben. Gleichzeitig bekommt Klempnermeister Schulz den Auftrag, an beiden Seiten Dachrinnen anzubringen. Der Preis dafür betrug 57 Mark.

Grundstücksangelegenheiten ziehen sich häufig über Jahre hin. So auch hier mit dem Spritzenhaus. 1903 wurde das neue Haus gebaut. Noch am 26. Mai 1911 musste sich die Gemeindevertretung mit der Angelegenheit befassen. Es wurde folgende Vereinbarung getroffen:

„Die Grundflächen des alten und neuen Spritzenhauses werden gegeneinander ausgetauscht. Das Mehr der Grundfläche des neuen Grundstücks bezahlt die Gemeinde an den Freiherrn zu lnn- und Knyphausen, Grafen von Bodelschwingh­Plettenberg, mit 15 Mark pro Quadratrute."

Die freiwillige Feuerwehr der Zeche Westhausen

Wie weiter in dem Bericht des Amtes Mengede mitgeteilt, war die Wehr schon kurz nach der Gründung mit 26 Mitgliedern eine recht starke Mannschaft. Auch die persönliche und technische Ausrüstung ließ es an nichts mangeln.

In den Jahren nach der Gründung der Freiwilligen Zechenfeuerwehr der Zeche Westhausen, also in den Jahren nach 1900, wurden bei Brandunglücken häufig sowohl die örtliche Pflichtfeuerwehr als auch die Freiwillige Feuerwehr der Zeche Westhausen zum Einsatz gerufen. Einige der Feuerwehrleute waren nun in beiden Wehren, denn sie waren ortsansässig und auf der Zeche beschäftigt. Diese Doppelgleisigkeit endet 1913. Da heißt es im Protokoll vom 25. September 1913 unter Punkt 4 der Tagesordnung:

„Die Gemeindevertretung ersucht das Amt, den ersten Chef der Zechenfeuerwehr der Zeche Westhausen zum Brandmeister der Gemeinde zu bestellen und die Gemeinde von der Unterhaltungspflicht der Feuerlöscheinrichtungen zu entbinden. Gleichzeitig bittet die Gemeindevertretung das Amt, von den Gemeinden Bodelschwingh, Westerfilde und Dingen einen Hydrantenplan anzufertigen und dem ersten Chef der Zechenfeuerwehr auszuhändigen."

Die Frage der Finanzierung wird je nach Berichterstatter unterschiedlich ausgelegt. Im Amtsblatt heißt es auf S. 172: „Alle Kosten bestreitet ausnahmslos die Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft". 1902 war auch die Pflichtfeuerwehr der Gemeinde noch voll im Einsatz. Wenn also die Zechenwehr mal geholfen hatte, konnte nicht gleich die Hand aufgehalten und eine Rechnung an die Gemeinde geschickt werden. Je länger sich die Freiwilligen der Zeche etablierten und auch in der Gemeinde manche Schwierigkeit mit behoben hatten, desto überflüssiger kamen sich die Pflichtfeuerwehrmänner vor. Wie bereits erwähnt, wurde aus dieser unglücklichen Zweigleisigkeit 1913 die Konsequenz gezogen und die Zechenwehr für die Gemeinde mitverpflichtet.

Mit dieser Meldung endet die jahrhundertealte Pflichtfeuerwehr der Gemeinde Bodelschwingh.

Inzwischen war der 1. Weltkrieg ausgebrochen. Die Löschgeräte der Pflichtfeuerwehr waren nicht mehr erforderlich. Aus diesem Grunde beschloss die Gemeindevertretung am 5. Mai 1917: „ Nachdem die Feuerwehr der Zeche Westhausen den Feuerschutz der Gemeinden Bodelschwingh, Westerfilde und Dingen übernommen hat, sind die Feuerlöschgeräte der Gemeinde Bodelschwingh überflüssig geworden. Die Gemeindevertretung beschließt, die Feuerspritze, einen Wasserkasten und acht lederne Wassereimer zu verkaufen. Der Gemeindevorsteher wird mit dem Verkauf beauftragt."

Der Verkauf aller Geräte der bis 1913 bestehenden Pflichtfeuerwehr stellte sich schwieriger als geplant heraus. Wiederholt wurde der Verkauf in Auftrag gegeben. So auch am 11. Januar 1921. Da hieß es: „Verkauf der alten Feuerwehrschläuche. Die noch vorhandenen 40-50 m Schläuche sollen an den Sattler Narath, Bodelschwingh, zu 2 Mark je Meter verkauft werden. Der Gemeindeverordnete Bickern wird beauftragt, die genaue Meterzahl festzustellen und den Verkauf vorzunehmen.“

Im Brandfalle rückte von nun an die Freiwillige Zechenfeuerwehr aus.

„Die G.B.A.G.(Gelsenkirchener -Bergbau-Aktien-Gesellschaft) erklärt sich bereit, bei etwaig ausbrechenden Bränden in der Gemeinde Bodelschwingh die Einrichtung der Zechenfeuerwehr der Schachtanlage Westhausen, so weit diese auf der Anlage entbehrt werden kann, unter folgenden Bedingungen zur Verfügung zu stellen:

  1. Als Entschädigung für Hilfeleistungen sind für jede angefangene Stunde

            für jeden Feuerwehrmann                         1 Mark

            für jeden Oberfeuerwehrmann                   2 Mark

            für jeden Wachtmeister                            3 Mark

            an die G.B.A.G. zu entrichten.

  1. Für jeden einzelnen Ausrückfall sind 100 Mark für Abnutzung und etwaige kleinere Beschädigungen der Geräte zu zahlen. Für erhebliche Beschädigungen unserer Geräte hat uns die Gemeinde, in deren Bezirk der Brand ausgebrochen ist, außerdem aufzukommen.
  1. Wenn die Versicherungsgesellschaft, bei der unsere Feuerwehrmänner gegen Unfälle versichert sind, die für Unfälle geltend gemachten Ansprüche aus irgendwelchen Gründen abweisen sollte, so tritt die Gemeinde für die Folgen aus dieser Abweisung ein.
  1. Jede Gemeinde hat uns für allen Schaden aufzukommen, der uns durch Geltendmachung von Ansprüchen Dritter gegen uns aus Anlass unseres Ausrückens in der betreffenden Gemeinde entsteht."

Die Gemeindevertretung war mit dem Vertrag unter der Bedingung einverstanden, dass die der Zeche gehörenden Wohnhäuser und Anlagen im Vertrage ausgeschlossen werden.

Das Bild von 1922 zeigt eine gut ausgerüstete Gruppe, die auch nach den in der Gemende
bekannt gewordenen Meldungen zu Einsätzen stets bereit war.

 

An Geräten, die sämtlich in einem nördlichen Anbau an das Waschkauengebäude untergebracht sind, stehen eine Spritze mit Pferdebespannung, ein Schlauchwagen- Anhänger, 8 Steigleitern, 330 m Schlauchlänge, 2 Hydrantenstandrohre, 6 Strahlrohre, ferner Schanzzeug und die sonstigen notwendigen Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung.

Auf dem Bild steht die Direktion der Zeche vor dem Fahrzeug,
die Mitglieder der Grubenrettungs- und Feuerwehr haben darin Platz genommen.

 

Weil die Zechenwehr in das öffentliche Leben der Gemeinde integriert war, fehlte sie auch bei keiner Gelegenheit; zum Beispiel bei Umzügen durchs Dorf, Jubiläen oder sonstigen Festen der Organisationen und Vereine.

Ein besonders großes Fest war die 600-Jahrfeier im Jahre 1938.

Auf dem Bild marschiert die Zechenwehr im Festzug unter ihrem Branmeister Bade
dahinter R.Hohe, G.Giese, Strotmann, Ritterswürden

 

Die Wiedergründung einer Feuerwehr außerhalb der Zeche

In der Gemeinde machte man sich bereits vor der politischen Veränderung vom 30. Januar 1933 Gedanken über einen Werksluftschutz. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden diese Überlegungen in der Folgezeit intensiviert. Dabei wurde klar, dass die Zechenwehr eine solche Aufgabe allein nicht übernehmen könne. Deshalb wurde im Dorf für die Aufgaben der Feuerwehr und des Luftschutzes geworben. Bald waren die Männer für eine Löschgruppe zusammen.

Diese übte zunächst gemeinsam mit dem Leiter der Löschgruppe Nette, Brandmeister Fritz Erlenbauer. Von 1935 bis 1956 übernahm dann Bäckermeister Hugo Thiemann die Leitung der eigenständigen Löschgruppe Bodelschwingh. Ein Löschfahrzeug (LF 8) wurde von der Stadt bereitgestellt.

Das 1903 gebaute Spritzenhaus war seit mehr als 20 Jahren nicht mehr von Feuerwehrfahrzeugen benutzt worden. Andere städtische Fahrzeuge und Geräte befanden sich darin. Im Hause Im Odemsloh 1 war das Büro der SA. Neben dem Haus befand sich eine Garage. Dort wurde das Fahrzeug vorübergehend untergebracht. Eine zentralere Lage gab es im Dorf sicherlich nicht.

Entsprechend kurz waren die Wege der Feuerwehrmänner bei einem Einsatz. Nach Ausbruch des Krieges gab es reichlich Einsätze, auch solche, die oft mehrere Tage dauerten. Protokolle hierüber wurden leider nicht gefunden. Nach Kriegsschluss war das Fahrzeug nicht mehr vorhanden. Vermutlich hatten es die Alliierten mitgenommen. Auch sonstige Geräte gab es nicht mehr. Ein Teil der Feuerwehrmänner kam in Gefangenschaft, einige davon für mehrere Jahre. Hugo Thiemann, von der Gefangenschaft verschont, sammelte schon wenige Wochen nach dem Einmarsch der Alliierten erneut junge Männer um sich, um den Feuerschutz der Gemeinde, zunächst noch ohne Gerätschaften, wieder aufzubauen. Das Spritzenhaus war durch Granateinschläge stark beschädigt. Zwischen beiden Einfahrten war der Pfeiler durch eine Granate weggeschlagen worden, die Dachpfannen waren durch den Luftdruck der Bomben weggeflogen. Auch die Garage Im Odemsloh 1 war stark beschädigt. Sie wurde nach dem Krieg für Feuerwehrzwecke nicht mehr genutzt.

Die Tore des Spritzenhauses wurden repariert, die Dachkonstruktion wieder hergerichtet und Pfannen aufgebracht. Danach konnte ein Tragkraftspritzenanhänger im Gerätehaus untergestellt werden. Zu Einsätzen musste er von mindestens zwei Kameraden gezogen werden, alle anderen schoben.

Praktische Übungen erfolgten von verschiedenen Hydranten aus. Die theoretischen Unterweisungen fanden in den ersten Jahren nach dem Krieg auf Thiemanns Deele statt. Gruppenführer Hugo Thiemann hatte als Unterlage für jeden die Handgriffe und Tätigkeiten auf eine Postkarte geschrieben. Während des Unterrichts, bei dem die Männer in Gruppenaufstellung standen, wurde so lange geübt, bis jeder die Griffe auswendig konnte.

Nachdem das Wohnzimmer der Familie Drees hergerichtet war, erfolgte die theoretische Unterweisung zunächst dort. Als dieser Raum zu klein wurde, zog man in die Schreinerwerkstatt um. Dies änderte sich erst, als der Anbau des Gerätehauses fertiggestellt war.

Löschgruppenführer Hugo Thiemann führte die Gruppe in den Kriegsjahren und danach noch bis 1956. Von ihm übernahm Hans Winter die Funktion als Löschgruppenführer und leitete die Gruppe in den Jahren 1956 bis 1959.

Arbeitsüberlastung zwang Hans Winter zur Aufgabe seines Feuerwehrdienstes. Wilhelm Mayer übernahm dann im November 1960 die Gruppe. Unter seiner Leitung wuchs die Wehr über die Sollstärke einer Gruppe hinaus und wurde ein Löschzug. Die Katastrophenschutzgesetze förderten diese Verstärkung. Zwanzig Jahre führte Wilhelm Mayer den Zug mit sachkundiger Hand. Auch in schwierigen Situationen verlor er nicht die Ruhe und den Überblick. Mit Erreichen der Altersgrenze trat er zum Jahresende 1980 in den Ruhestand.

Der "ewige Stellvertreter" Dr.H.Drees und D. Vollmer überreichen dem ausscheidenden
Löschzugführer W.Mayer den Florian, den Schutzpatron der Feuerwehr.

 

Von 1980 bis 2003 führte Reiner Wegner den Löschzug.

Aus der Hand des Leiters der Feuerwehr Dipl.Ing. Hoja erhält Reiner Wegner die Ernennungsurkunde zumLöschzugführer.
Links im Bild der Beauftragte der Berufsfeuerwehr für die Freiwillige Feuerwehr Helmut Becker.

 

In diese Zeit fällt auch der Neubau des Gerätehauses. Nachdem Dr. Heinrich Drees im Jahre 1987 aus Altersgründen in den Ruhestand getreten war, übernahmen die Vertretung des Löschzugführers Hans-Hugo Winter und Dietmar Hertz. Zuletzt waren ihm Dietmar Hertz und Karl-Heinrich Sprigade als Stellvertreter zur Seite gestellt. Sie unterstützen Reiner Wegner und übernahmen mehr und mehr Aufgaben im Löschzug, sodass sich Wegner auf seine löschzugübergreifenden Aufgaben konzentrieren konnte. Nach der Bestellung zum Löschzugführer übernahm Reiner Wegner im Jahr 1982 den gesetzlich verankerten Dienst als Sprecher der Löschzüge. In dieser Eigenschaft hat er Kontakte über die Stadt hinaus zu den Wehren im ganzen Lande.

In einer Feierstunde gratulierte der Löschzug am 06.November 1982 dem R.Wegner zum neuen Amt.
Dr.H.Drees überreicht einen Blumenstrauß.

 

Im Rahmen der Gesetze über den Katastrophenschutz entstanden im Dortmunder Raum vier Feuerwehr-Bereitschaften. Der Löschzug Bodelschwingh bildet mit den Zügen Oespel-Kley, Lütgendortmund, Persebeck und Mitte die nordwestliche Bereitschaft. Bereitschaftsführer wurde Hauptbrandmeister Dr.-Ing. Heinrich Drees aus der Bodelschwingher Wehr. Die engen Beziehungen zu den Wehren im alten Amtsbezirk, Mengede, Groppenbruch und Nette, die der nördlichen Bereitschaft angehörten, haben durch diese neue Einteilung nicht gelitten. Bis heute werden viele Dinge gemeinsam durchgeführt, auch wenn die drei Willis: der Lange Geilenbrügge, der Dicke Mayer, und der Kleine Kalwa längst Geschichte sind.

Neben den Übungen in den Zügen fanden alljährlich auch größere Übungen statt, die über den Rahmen des Stadtgebietes hinausgingen.

Eine der ersten dieser Übungen war am 20. März 1965 im Dortmunder Süden. Es galt, Wasser zu einem Brand auf der Hohensyburg zu fördern. Die Wasserentnahme erfolgte aus der Ruhr. Zur Förderung der Wassermengen und zur Überwindung des Höhenunterschiedes waren 10 Zwischenpumpen erforderlich. Diese Übung lockte viele Spaziergänger und Besucher der umliegenden Gaststätten als Zuschauer an.

Auf dem Bild ist die "Bodelschwingher Zwischenpumpe" mit dem Maschinisten F.Drees zu sehen.
von links W.Mayer, E.Schwalm, D.Vollmer und im Hintergrund en Beobachter der Berufsfeuerwehr.
Die Gruppe hatte damals ein Tragkraftspritzenfahrzeug für Truppbesatzung.

 

Die erste Großübung, an der alle Bereitschaften teilnahmen, war am 10. Juni 1967 in den Borkenbergen. An dieser Übung waren insgesamt 36 Fahrzeuge mit entsprechender Besatzung beteiligt. Die Bereitschaften sammelten sich in den Bereitstellungsräumen im Stadtgebiet und fuhren anschließend nach vorgegebenem Plan in das Übungs- und Einsatzgebiet. Stadtdirektor Dr. Hillmann und der Leiter der Feuerwehr, Branddirektor Hoja, waren Beobachter der Übung.

Der Übungszweck war:

a)    Kolonnenfahrt,

b)    technischer Halt,

c)    Fahrt nach Karte und Orientierung im Gelände,

d)    Übungsfahrt im Gelände und

e)    Einsatzübung nach Lage.

Während der Mittagspause reichte der Versorgungszug eine schmackhafte Erbsensuppe und Getränke.

Das Bild zeigt die aifgestellten Bereitschaften bei der Entgegennahme der Einsatzaufgaben.

Bei den sonstigen großen Übungen blieben die Bereitschaften unter sich. Sammelpunkt der nordwestlichen Bereitschaft war auf der B 235 in Lütgendortmund. Dort ist der Anschluss an die B 1. Beteiligt waren etwa 100 Feuerwehrmänner mit 25 bis 30 Fahrzeugen. Bei den Fahrten bis an die Grenzen Westfalens ging es um das Üben von Kolonne-Fahren, Orientierung in unbekanntem Gelände und das Fördern von Wasser sowohl über lange Strecken als auch über große Höhenunterschiede. Diese Aufgaben konnten oftmals nicht an einem Tage durchgeführt werden, so dass dann engere Kontakte mit den örtlichen Wehren geknüpft und Quartiere für Übernachtungen beschafft wurden. Alle Kameraden waren mit Begeisterung dabei.

Auf dem Bild stehen die Löschfahrzeuge auf dem "Freien Stein", einem Berg oberhalb von Liesen.

Das Wasser entnahm man der Nuhne unterhalb von Liesen und pumpte es über verschiedene Verstärkerpumpen durch den Ort bis auf die Höhe vor Züschen. Dort wurde ein großer Waldbrand angenommen. Die Übung fand am 18. und 19. September 1971 statt. Das Quartier war in Winterberg. Weitere Übungen führten die Bereitschaft u.a. nach Tecklenburg, Marsberg, Medebach, Elkeringhausen, an den Sorpesee und an die Möhne.

Nach dem Einsatz in den Bergen an der Möhne in Lendringsen
v.l. H.Sachse, W.Mayer, H.Drees, W.Kuhlmann (Löschzug Lütgendortmund)

Die Bereitschaftsübung in Marsberg fand vom 01. - 02. September 1973 statt. In Marsberg wurde das Wasser aus dem Diemeltal durch schwieriges Gelände in einer Doppelleitung bis zum Calvarienberg hinaufgefördert. Nach gelungener Übung schloß sich ein Gemeinschaftsabend mit der Marsberger Feuerwehr an.

 

Am 26. Oktober 1974 wurden im Rahmen einer Bereitschaftsübung am Bodelschwingher Berg und im Kinderbusch Brücken zur Sicherung der Fußwege angelegt.

Auf einer der angelegten Brücken stehen v.l. Bereitschafstführer Dr.H.Drees, Löschzugführer H.Felder (Oespel-Kley),
der Leiter der Feuerwehr E.Hoja, die Mitglieder des LZ Oespel-Kley Bolewicki und Kubera

 

Zusammen mit der Berufsfeuerwehr fand am 25. + 26. September 1998 auf dem Truppenübungsplatz in Munsterlager eine Katastrophenschutzübung statt.

M.Peters und H.Schultz beim Benzingespräch

Zu den besonderen Einsätzen zählen auch die jährlichen Übungen unter schwerem Atemschutz und die Übungen zum Leistungsnachweis. Hier kommt es auf Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und Teamgeist der Gruppe an. Vom Beginn der Leistungsnachweise an bis in die Mitte der achtziger Jahre wurden die Urkunden über die Leistungsnachweise direkt an Ort und Stelle durch die „Schriftführerin" Frau Irmgard Althüser geschrieben, so dass die Gruppen diese am gleichen Tag in Empfang nehmen konnten. Nunmehr werden die Urkunden bei der Berufsfeuerwehr geschrieben. Von daher erfolgt die Aushändigung erst später.

Auf dem Bild gibt der Gruppenführer R. Wegner den Einsatzbefehl

 

Nennenswerte Brandeinsätze in Dorf und Umgebung nach dem Krieg

Einer davon war im September 1946 bei der Gärtnerei Krämer in der Deininghauser Straße. Bei Reparaturarbeiten an der Dachrinne war die Lötlampe des Klempners dem auf dem Dachboden eingelagerten Rapsstroh zu nahe gekommen. In Minutenschnelle brannte der ganze Dachstuhl. Die Feuerwehrmänner zogen den Tragkraftspritzenanhänger zur Brandstelle und versuchten gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr das Feuer zu löschen. Es war ein schwieriger Einsatz, bei dem zwischenzeitlich reihenweise alt und brüchig gewordene Schläuche platzten.

Am Sonntag, 26. Februar 1961 explodierte eine Rohrleitung auf der Benzolreinigungsanlage Adolf von Hansemann. Die Bodelschwingher Gruppe konnte als Erste von der Hansemannstraße aus den Brand bekämpfen.

Ebenfalls an einem Sonntag, dem 7. März 1965, war ein schwerer Einsatz, der nur von innen her mit schwerem Atemschutz zu bekämpfen war. Im Gasthaus „Auf dem Kellerkamp 4." war an einer Holzvertäfelung ein Schwelbrand ausgebrochen, der sich in dem Fachwerkhaus bis zum Dach ausgebreitet hatte.

Am Abend des 10.September 1966 wurden die Löschzüge Bodelschwingh und Mengede nach Dingen gerufen. Dort brannte die Scheune auf dem Hof Schulte­Märter, in die wenige Tage zuvor Stroh eingelagert worden war. In der Nacht gingen in der näheren Umgebung weitere fünf Scheunen in Flammen auf. Ob der Feuerteufel gefasst wurde, ist hier nicht bekannt. Ähnliche Einsätze erfolgten im November in Nette / Renkhoff und in Westerfilde / Grollmann.

Am 3. Februar 1968 wurde die einsturzgefährdete Scheune auf dem ehemaligen Hof Budde
eingerissen. Eine Instandsetzung war nicht mehr möglich.

 

Am Samstag, 20. April 1968, brannte das Sägewerk der Firma Schneider am Verschiebebahnhof in Bodelschwingh in seiner gesamten Ausdehnung. Neben der Berufsfeuerwehr war der Löschzug Bodelschwingh von 1.15 Uhr bis 5.00 Uhr mit 12 Mann im Einsatz.

Einen Tag später, Sonntag, 21. April 1968, waren die freiwilligen Feuerwehrmänner wieder im Einsatz. Diesmal jenseits der Stadtgrenze auf Bochumer Gebiet. Dort war auf dem Gelände des Kunststoffwerkes Philippine ein Brand ausgebrochen. Auch die Berufsfeuerwehr der Westwache war dort neben der Castroper und Bochumer Feuerwehr im Einsatz.

Ein nicht alltäglicher Einsatz war am 10 August 1969 an der Schloßgräfte. Durch wochenlange Trockenheit und geringen Wind war der Sauerstoffgehalt des Gräftenwassers so stark gesunken, dass die Fische erstickten. Viele Zentner Weißfische, Hechte und Karpfen verendeten und wurden abgefischt. Durch direkte Wasserzufuhr und Sprühstrahl brachte die Feuerwehr wieder Sauerstoff in das Gräftenwasser. Der vielstündige Einsatz rettete den Rest des Fischbestandes, der sich dann wieder erholte.

Am 21. Oktober 1969 brannte der in der Dorfmitte gelegene Bauernhof Staupendahl (zum zweiten Male innerhalb von zwei Jahren). Der Löschzug Bodelschwingh war schnell zur Stelle, weil die Alarmierung zu diesem Brand erstmals über die neu installierte Sirene erfolgte.

Alljährlich sind an verschieden Stellen im Dorf, in Bäumen, besonders aber auf Dachböden, Wespen anzutreffen. Die Wespennester stellen nicht nur kunstvolle Gebilde, sondern auch einen Gefahrenherd dar. Am 17. Juni 1981 musste der Löschzug ein Wespennest im Hause Raulf an der Deininghauser Straße beseitigen.

Der 31. Juli 1993 brachte einen Einsatz auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Westhausen. Es ist das Gelände, das die frühere Zechenwehr Jahrzehnte bewachte. In der einstigen Lohnhalle, die nach der Stillegung der Schachtanlage verschiedenen Firmen als Lagerhalle diente, brannte es. Etwa 10.000 in der Halle eingelagerte Holzpaletten wurden ein Raub der Flammen. Die Tageszeitungen vermuteten als Ursache Brandstiftung. Stundenlang zogen dicke Rauchwolken über die Nachbarschaft, was zur Aufforderung an die Bewohner führte, die Fenster geschlossen zu halten.

Die Lohmhalle brennt in ihrer vollen Ausdehung.

 

Am 5. September 1995 brach aus ungeklärter Ursache in der Scheune des Bauern Manfred Budde in Westerfilde Feuer aus. Durch schnellen Einsatz der Bodelschwingher Wehr und der Berufsfeuerwehr konnte ein Übergreifen auf Neben- und Nachbargebäude verhindert werden. Die Fachwerkscheune brannte komplett nieder.

Einsatz auf dem Hof M.Budde

 

Am 5. November 1999 war der Löschzug in Dortmund-Holthausen im Einsatz. Dort brannte die Scheune des Bauern Rohwedder. Tragik war, dass ein junger Mann in den Flammen des Strohs umgekommen war.

Sonderdienste

Im Dorf ist die Feuerwehr „das Mädchen für alles". Sie wird nicht nur bei Bränden gerufen, auch bei heftigen Regenfällen und bei Stürmen sind die Männer im Einsatz. Dann gilt es, überflutete Keller wieder begehbar zu machen, tiefliegende Stallungen vom Wasser zu befreien, Tiere vor dem Ertrinken zu retten und umgestürzte Bäume zu beseitigen.

An dieser Stelle sei an das Fällen der Kastanien, Linden und Birnen an der Deininghauser Straße, der Trauerweide, Kastanie und Esche am alten evangelischen Pastorat erinnert.

F.Drees fällt die Kastanie im Pastorengarten.
Am Schnitt misst der Baum im Durchmesser 2 Meter.

 

Ein Beispiel für die Vielseitigkeit der Sondereinsätze zeigt der nachfolgende Sammeleinsatzbericht vom 15./ 16. Juni 1968.

In solchen Stunden laufen die Telefone heiß, denn jeder Geschädigte ist überzeugt, am ärgsten betroffen zu sein. Auch der Löschzug Bodelschwingh hatte dann - ebenso wie die anderen Löschzüge - alle Hände voll zu tun. Als zentrale Anlaufstelle für die Meldung solcher Einsätze war in Bodelschwingh das Telefon bei Drees bekannt. Hier war das Telefon meistens 24 Stunden besetzt, da Friedhelm Drees nicht nur ein eifriger Feuerwehrmann, sondern auch ein Telefonnarr war. Ihm ließen die Schwierigkeiten bei der Alarmierung keine Ruhe. So bastelte er ein System für die Feuerwehrmänner im Dorf, weil eine schnelle Alarmierung entscheidend für den Erfolg bei der Hilfeleistung sein kann. Er hatte einen „kurzen Draht" zur Oberpostdirektion Dortmund. Dort stellte er einen Antrag auf Genehmigung einer Alarmleitung für den Löschzug. Dieser Antrag wurde nach einigen Schwierigkeiten genehmigt. Zur Zeit des Postmonopols war das eine einmalige Sache.

Nach der Genehmigung musste mit den Grundstückseigentümern, über oder unter deren Grundstück die Leitung verlegt werden sollte, verhandelt werden. Alle Eigentümer stimmten zu, weil jeder die Bedeutung einer schnellen Alarmierung erkannte. Friedhelm Drees beschaffte Masten, Kabel, Rohrleitungen, Telefone, kurz alles, was zu einer solchen Anlage erforderlich war. Mit Eifer arbeiteten die Kameraden an der Fertigstellung dieser Einrichtung. Die Zentrale wurde im Hause Drees installiert. Jahrelang war diese Anlage die schnellste Möglichkeit der Alarmierung. Nach dem Tod von Friedhelm Drees war niemand in der Lage, die Wartung der Anlage weiterzuführen.

Auch der Reiterverein nahm bei der Vorbereitung und Durchführung von Reitertagen die Hilfe der Feuerwehr gern in Anspruch. Hindernisdienst im Parcours, Hilfe auf den Abreiteplätzen oder auf dem Parkplatz - die Feuerwehr war nicht nur als Ordnungsdienst, sondern auch mit Feldtelefonen oder Funkgeräten dabei.

Für ein Jubiläumsfest des Reitvereins war die Reithalle zu reinigen. In mehrstündigem Einsatz wurde die Halle ausgespritzt und der Staub aus der hölzernen Innenkonstruktion entfernt.

Hilfestellung gab die Feuerwehr ebenfalls bei der Neugestaltung des alten evangelischen Friedhofes an der Deininghauser Straße. An vielen Abenden wurde der Platz für das Kreuz und die neuen Bänke hergerichtet.

 

Eine finanzielle Leistung erbrachten die Feuerwehrmänner im Sommer 1996. Aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums des neuen Gerätehauses wurde der Tanz in den Mai gefeiert. Der Erlös wurde gespendet. In Anlehnung an die Telefonnummer 112 erhielten der evangelische und katholische Kindergarten der Gemeinde je 1.120 DM.

Seit mehreren Jahren übernimmt der Löschzug auch den Ordnungsdienst bei den Martinsumzügen der Gemeinden.

Der Wahlspruch „Einer für Alle - Alle für Einen" wird von der Bodelschwingher Wehr ernstgenommen. Aus diesem Grunde stellten sich 15 Mitglieder des Löschzuges im Mai 1995 zur Knochenmarkspende für einen leukämiekranken Kameraden der Herner Feuerwehr zur Verfügung.

Die Informationsveranstaltungen zum Thema „vorbeugender Brandschutz" waren stets gut besucht. Kindergärten, Schulen, die Lebenshilfe, der Männerkreis der evangelischen Kirchengemeinde und verschiedene Vereine konnten sich über unsere Tätigkeiten und Ausrüstung informieren

Der Löschzug ist in der Gemeinde nicht nur in Notfällen „gern gesehen". Als Beispiel enger Verbundenheit ist die Geste der Familie Klaus Völkmann zu sehen. Diese schenkte dem Löschzug 1984 einen VW-Bulli.

Auf dem Bild überreicht Klaus Völkmann am 21.Dezember 1984 dem Löschzugführer
Reiner Wegner Schlüssel und Fahrzeugbrief.

 

Mit diesem Fahrzeug ist es möglich, im Notfall zusätzliche Helfer schnell an den Einsatzort zu bringen.

 

Die Feuerwehr Dortmund pflegt seit Jahren mit ihrer Partnerstadt Amiens eine freundschaftliche Beziehung. Im Rhythmus von vier Jahren finden gegenseitige Besuche statt. Im Jahre 1986 kamen Kameraden aus Amiens mit dem Fahrrad nach Dortmund. Dr. Wolfgang Kenneweg, Dezernent der Feuerwehr, und der damalige leitende Branddirektor Walter Ortmann begrüßten die Gäste in Bodelschwingh. Verpflegt wurden die französischen Gäste am Begrüßungsabend mit „Reibeplätzchen" und Spezialitäten vom Grill. Die Getränkeauswahl rundete ein Fässchen Rotwein aus Amiens ab. Der dreitägige Aufenthalt wurde genutzt, um die Sehenswürdigkeiten von Dortmund und Umgebung zu besichtigen.

Das Rotweinfässchen

 

Im Rahmen der Pflege kameradschaftlicher und kultureller Kontakte fanden außer Gegenbesuchen in Amiens jährlich weitere Fahrten statt. Sie führten den Löschzug bisher nach Weimar, Erfurt, Brüssel, Brügge, Gent, Aachen, Monschau, Frankfurt, und Mainz.

Wie sehr die internationalen Verbindungen gepflegt werden, kann man auch daran erkennen, dass mehrfach eine Gruppe der Bodelschwingher Wehr an dem international ausgeschriebenen Wettlauf der „Brandweer Amsterdam" im Vondelpark zu Amsterdam teilgenommen hat.

Stehend v.l.: K.Balitzki, P.Berthold, M.Kaiser, M.Hertz, D.Hertz
davor U.Speckmeier, K.H.Sprigade

 

Außer den bereits genannten Aktivitäten ist die Bodelschwingher Kirmes fester Bestandteil des jährlichen Einsatzplanes. Einmal im Jahr ist sie traditionell Dreh- und Angelpunkt im Dorf. Seit vielen Jahren ist der Stand auf dem ehemaligen Hof Budde beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Das LF 8, das die Bodelschwingher Wehr 1979 beim Dortmunder Bergbau gekauft und in Eigenarbeit zum „Bierwagen" umfunktioniert hat, ist als zusätzliche „Zapfstelle" besonders beliebt.

Das Fahrzeug ist auch bei vielen anderen Veranstaltungen zum Einsatz gekommen. So zum Beispiel beim „Tag des Liedes" im Schlosspark, bei Gemeindefesten und Familienfeiern.

Wiedergründung des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtkreis Dortmund

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Deutschen Reiches wurden von den Besatzungsmächten alle Vereinigungen aufgelöst. So war es auch mit dem Verband der Feuerwehren. Bald regten sich aber Wünsche, den Verband wieder aufleben zu lassen.

Am 29. April 1961 versammelten sich die Freiwilligen Feuerwehren des Stadtkreises Dortmund im großen Saal der Südfeuerwache in Dortmund-Hörde und gründeten den neuen Verband. Anwesend waren etwa 300 Feuerwehrmänner aus 14 Löschzügen. In den Vorstand wurden einstimmig gewählt: Vorsitzender: Brandassessor Dipl.-Ing. Erich Hoja, Vertreter: Schornsteinfegermeister Helmut Böhle (Brandmeister im Löschzug Lütgendortmund), Schriftführer: Gewerbeoberlehrer Dipl.-Ing. Heinrich Drees (Oberfeuerwehrmann im Löschzug Bodelschwingh), Kassenwart: Bundesbahnangestellter Wilhelm Kranefeld (Oberbrandmeister im Löschzug Sölde).

Die WAZ kommentierte am 3. Mai 1961: „Die Gründung ihres Stadtverbandes betrachten die „Freiwilligen" als Mosaiksteinchen in einer umfassenden Zusammenarbeit der Feuerwehrverbände in aller Welt, als Symbol der Kameradschaft in einem großen, gemeinnützigen Werk."

Unter diesem Aspekt wurde der Deutsche Feuerwehr-Tag mit der Ausstellung „Interschutz, der Rote Hahn" in Bonn-Bad Godesberg vom 21. bis 25. Juni 1961 besucht. In den Folgejahren ging es u.a. nach Frankfurt, Hannover, Münster.

Auf dem Bild sind die Teilnehmer am Bad Godesberger Treffer an der Fähre nach Königswinter 1961
v.l. W.Schlitz, H.Hartung, D.Vollmer, vorn R.Wegner, hinten J.Ader, G.Treckmann, W.Pahl,H.Drees, E.Wiese, W.Mayer, F.Drees

 

Quellenverzeichnis

Archiv der Stadt Dortmund

Archiv der Stadt Castrop-Rauxel

Berichte über die Verwaltung des Amtes Mengede 1889-1902

Die Steinkohlenbergwerke der Vereinigten Stahlwerke A.G. Drs. Knepper, Oberste-Brink, Haack:

Der Band: "Die Zeche Westhausen"

Kultur und Heimat, "Heimatblätter für Castrop-.Rauxel und Umgebung"

Alle übrigen Unterlagen und Fotos sind von Mitgliedern des Löschzuges Bodelschwingh zur Verfügung gestellt bzw. dem feuerwehreigenen Foto- und Pressearchiv entnommen worden. Die Texte stammen überwiegend aus der Festschrift zum 100 jährigen Geburtstag des Löschzugs aus dem Jahre 2000 und wurden von unserem leider bereits verstorbenen Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung, dem ewigen Stellvertreter Dr. Heinrich Drees, verfasst.




 

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 Telefon(Kein Notfall!): 0231 / 375944
 Fax: 0231 / 3960930
 Mail(Löschzug): ed.dnumtrod-rhewreuef@12fz
 Mail(Jugendfeuerwehr): ed.dnumtrod-rhewreuef@12fj
 Anschrift:Freiwillige Feuerwehr Bodelschwingh
  Im Odemsloh 11
  44357 Dortmund
 

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Notfälle und Übungen

 DatumUhr Mannschaft Meldung
 06.12.2017  23:00  Löschzug Brandbekämpfung
 01.12.2017  10:10  Löschzug Brandbekämpfung
 30.11.2017  17:34  First Responder Medizinische Hilfe
 29.11.2017  15:25  First Responder Medizinische Hilfe
 23.11.2017  18:13  First Responder Medizinische Hilfe
 20.11.2017  11:37  First Responder Medizinische Hilfe
 15.11.2017  12:19  First Responder Medizinische Hilfe
 08.11.2017  11:17  First Responder Medizinische Hilfe
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